vendredi, 14 mars 2008
Evola: Die Lehre der "integralen Tradition"

Julius Evola und die Lehre der »integralen Tradition«
Das Leben des Barons Giulio Cesare Andrea Evola steht im Zeichen der Tradition. Er beschwor das Wesen des Politischen auf geistiger Grundlage, gegen Chauvinismus und bourgeoisen Nützlichkeitsmaterialismus. Als Vertreter des aristokratischen Prinzips und Befürworter einer auf dem Sakralen gründenden elitären Haltung war er einer der schärfsten systemimmanenten Kritiker des Faschismus – und zugleich Berater Benito Mussolinis.
Julius Evola wurde am 19. Mai 1898 in Rom geboren. Den Ersten Weltkrieg verbrachte er als Artillerieoffizier an der Front. Anschließend beteiligte er sich an den avantgardistischen Kulturbewegungen des Dadaismus und Futurismus. Anfang der zwanziger Jahre wandte er sich jedoch von der Kunst ab und begann ein Ingenieurstudium, das er aber kurz vor Beendigung abbrach. Daraufhin widmete er sich der Philosophie.
Ende 1926 bildete sich in Rom unter Leitung von Evola die »Gruppe von Ur«, die sich in magischen Übungen und Initiationsriten übte. Nach Zerfall der Gruppe beschäftigte sich Evola mit den Grundlagen der Tradition und faßte seine Erkenntnisse in den Werken »Die hermetische Tradition« (1931), »Das Mysterium des Grals« (1937) und »Lo yoga della potenza« (1949) zusammen.
Julius Evola wurde streng katholisch erzogen, wandte sich aber bereits in früher Jugend vom Katholizismus ab und der heidnischen Antike zu. Sehr großen Einfluß hatten die Schriften Meister Eckharts auf ihn ausgeübt, die er auf Deutsch las. Eine andere Einflußquelle war der Taoismus. Ausgehend vom Hauptwerk Lao Tses, dem »Tao Te King«, schreibt Evola in seinem Buch »Heidnischer Imperialismus«: »Die Überlegenheit beruht nicht auf Macht, sondern die Macht auf der Überlegenheit.« Demzufolge geht Evola grundsätzlich von der Überlegenheit geistiger über materielle Kräfte aus.
Evola und der Faschismus
Daraus ergab sich auch Evolas Haltung zum Faschismus. Diese war nicht unkritisch, aber er glaubte, daß eine Korrektur genügen müsse, um den Faschismus in die richtigen Bahnen zu lenken. Für Evola war klar – und da stimmte er mit Mussolini überein –, daß die römische Antike die eigentliche große Zeit war und es seitdem nur einen kulturellen Abstieg gab. Er ist damit einer der prominentesten Vertreter des Kulturpessimismus.
Bereits seit 1929 schrieb Evola von der aufbrechenden Gefahr, daß sich »Amerikanismus« und »Bolschewismus« die Welt aufteilen könnten. Dabei würde Europa verlieren – und mit Europa meinte er vor allem das Europa mit antikem Bezug.
»Revolte gegen die moderne Welt«
Eines der berühmtesten Werke Julius Evolas ist die »Revolte gegen die moderne Welt«: Das 1934 erschienene Buch gilt als sein Hauptwerk. Darin lehnt er alles Moderne ab. Er vermißt das »Sakrale« der Antike. Evola versteht sich als Traditionalist. Der demokratische Gedanke, daß die Macht eines Herrschers von den Untertanen käme, ist ihm völlig fremd. Das »Königtum« erwächst ihm nicht aus der Basis, sondern aus der aristokratischen Einstellung, aus dem Geist, aus der »Rasse« des Herrschers. So lehnt er nicht nur die Demokratien ab, wie wir sie heute als solche verstehen, sondern auch alle anderen Theorien, die im Namen des Volkes handeln, also auch Kommunismus und Nationalsozialismus. Die Französische Revolution und die aus ihr kommende Moderne erscheint ihm als Wurzel des Übels. Bemerkenswert ist, daß Evola den Begriff der »Nation« – da aus der Französischen Revolution kommend – ablehnte und stattdessen ein Vertreter des Reichsbegriffes war. Dies war auch einer der wesentlichen Punkte, die ihn vom modernistischen Flügel des Faschismus trennten.
Obwohl seit frühester Jugend ein Bewunderer Deutschlands, lehnte Evola den Nationalsozialismus wegen seiner modernistischen und biologistischen Ausrichtung grundsätzlich ab. Gleichwohl sah er in den Überlegungen Heinrich Himmlers, einen Ordensstaat der SS zu errichten, etwas Bewundernswertes. Umgekehrt war das Verhältnis der SS-Führung zu Evola ambivalent. Einerseits wurde er von dieser bei seinen Vortragsreisen in Deutschland nach Möglichkeit behindert; andererseits war Himmler ein eifriger Leser seiner Werke, welcher auch seiner persönlichen Umgebung die Lektüre anordnete. Himmler war vor allem von den esoterischen Zügen Evolas und dessen asiatischen Bezügen angetan.
Evola in der Zeit nach den Zweiten Weltkrieg
Nachdem Julius Evola bei Recherchen im Archiv der SS- Organisation »Ahnenerbe« in Wien 1944 bei einem Bombenangriff schwer verletzt worden war und zeitlebens querschnittsgelähmt blieb, kehrte er erst 1947 nach Rom zurück. 1951 wurde ihm wegen »Verherrlichung des Faschismus« und »Bildung einer faschistischen Verschwörung« der Prozeß gemacht, in dem er allerdings freigesprochen wurde. Danach wirkte er insbesondere bei den Bestrebungen des italienischen MSI in den fünfziger Jahren, eine Europäische Soziale Bewegung zu schaffen, mit.
Der sogenannten Studentenrevolte, die mit dem Jahr 1968 verknüpft ist, stimmte Evola zu. Er galt bei den – zumeist linken – Studenten als eine Art »Anarchist von Rechts«, und sein Buch »Cavalcare la tigre« – 1968 erschienen – wurde an den Universitäten begeistert gelesen. Insbesondere die Wendung gegen den »Konsumterror« entsprach den Ideen und Gedanken Evolas, jedoch kritisierte er die Oberflächlichkeit der 68er. Julius Evola starb am 11. Juni 1974 in Rom.
»Cavalcare la tigre« (»Den Tiger reiten«)
»Den Tiger reiten« kann man sowohl als gegenwartsbezogene Ergänzung zu den Hauptwerken Evolas lesen oder auch völlig ohne deren Kenntnis, einfach als ein Mensch, der sich in der modernen Welt nicht zuhause fühlt, der aber davon überzeugt ist, daß es in dieser Welt keinen Raum gibt, um eine neue, ganz andere Ordnung zu errichten. Dieses Buch ist daher ein nihilistisches, das auf den Umschlag des aktiven Nihilismus in ein Positives abzielt.
Der Ausgangspunkt des Werkes ist demgemäß auch nicht eine Doktrin, sondern eine Haltung: die innere Distanz. Da Evola die modernen Phänomene abklopft, ihre Unzulänglichkeit und Widersprüchlichkeit aufdeckt und zugleich zeigt, wie weit man an ihnen bei Wahrung der inneren Distanz teilhaben kann, um ihnen schließlich eine andere Richtung zu geben – und sie eben wie einen Tiger zu lenken –, scheint untergründig die traditionelle Welt auf, was womöglich eindrücklicher ist, als wenn diese lehrbuchmäßig aufgegliedert würde.
Die bürgerlichen Konventionen der üblichen »Rechtskultur« kommen zumeist überhaupt nicht in den Blick, nur dann, wenn Evola seine Kritik an Jugendkult, Zügellosigkeit und Verweigerungshaltung von diesen scharf abgrenzt. Nicht eine Wiedererrichtung einer irgendwie konservativen Gesellschaftsordnung wird angepeilt, sondern die Errichtung einer inneren Ordnung in der Freiheit von der äußeren Pseudo-Ordnung.
Da Julius Evola von einem zyklischen Verlauf der Weltgeschichte ausgeht – von den »vier Weltzeitaltern« – und sich die Menschheit zur Zeit im »dunklen Weltzeitalter« befindet – dem »Kali – yuga« der altindischen Überlieferung –, lehnt er jegliche restaurative Bestrebungen hin zu überkommenen Ordnungen ab und befürwortet stattdessen – ähnlich wie Nietzsche –, den Verfall sogar noch zu beschleunigen, damit das »dunkle Zeitalter« endlich seinem Ende entgegengeht und Platz macht für ein neues »goldenes Zeitalter«. Doch solange der derzeitige Zustand noch anhält, soll der Mensch, der sich der Tradition verpflichtet fühlt, in »innerer Distanz« zu seiner heutigen Umwelt verharren. Wie diese innere Distanz im einzelnen aussehen kann, darüber sagt Evola nichts aus.
Evolas Anhänger – unterschiedliche Strömungen
Dies führt dazu, daß es sowohl »kontemplative« als auch »aktivistische« Anhänger Evolas gibt. Erstere berufen sich zu Recht auf - besonders den »späten« – Evola, da dieser Zeit seines Lebens kleine Gruppen von »Jüngern« um sich scharte, aber insbesondere in seinen letzten Lebensjahren noch den Plan verfolgte, einen neuen – allerdings »heidnischen« – Ritterorden zu gründen. Letztere nehmen die nihilistischen Aspekte von Evolas Gedanken auf, gehen aber noch einen Schritt weiter, um schließlich dem apolitischen Individualismus eine neue politische Front entgegenzusetzen.
Hauptvertreter dieser Strömung war der Italiener Franco Freda mit seinem 1969 erschienenen Buch »La disintegrazione del sistema«. Unmittelbar als Reaktion auf Evolas Buch hatte dieser brillante Kopf der jungen italienischen radikalen Rechten den Text »Per un radicalismo di destra: Cavalcare la tigre« verfasst und gründete die Gruppo di Ar. In der »Disintegration des Systems« proklamierte Freda einen Standpunkt der Tradition völlig außerhalb des Systems und den Zusammenschluß aller systemfeindlichen Kräfte, ob sie in der bürgerlichen Welt als »links« oder »rechts« gelten mögen.
Der »authentische Staat« wird in der Konzeption Fredas nicht von dieser oder jener Ideologie gebildet. Sein Herz ist eine Macht, die die irdische und individuelle Ebene übersteigt. Gerade deshalb basiert er – und das heißt seine Ordnung und Hierarchie – nicht auf Besitzverhältnissen, sondern die materiellen Reichtümer gehören dem Staat und damit allen seinen Angehörigen, also dem Volk. Freda spricht deshalb vom Volksstaat und entwirft eine Art spartanischen Sozialismus, angelehnt an das Vorbild des platonischen Idealstaates. Von unmittelbarer Relevanz war jedoch der offene Aufruf zur Zerstörung des bürgerlichen Systems, mit dem der Text endet: »Es ist schlußendlich notwendig, für die Zerstörung des Systems die wirklich geeigneten Ziele in einer radikalen Weise zu präzisieren. Die Taktiken zu verlassen, die für die legalistischen Zwänge oder die reformistischen Illusionen ausreichen: ohne irgendeine – schuldige – Unentschlossenheit gegenüber der Anwendung all der drastischen und resoluten Mittel, die den Hindernissen entsprechen, die es zu überwinden gilt und die von der Großartigkeit des Ziels verlangt werden.«
Evola selbst konnte und wollte solchen radikalen Gedankengängen nicht folgen und warnte vor einer »maoistischen Schwärmerei«. Aber der tiefer liegende Konflikt bleibt bestehen: Wie weit kann der Mensch der Tradition sich mit dem antagonistischen politischen Gegner einlassen, um das System zu überwinden, das beide als Gefängnis ansehen? Und wie sieht es mit ausländischen Bezugspunkten aus? Und schließlich: die Volksstaat – Konzeption nicht nach dem bürgerlichen Nationalismus des 19. Jahrhunderts, sondern im Rückgriff auf Sparta und Platons »Politeia« als Gegenpol zu dem – oder auch als Rückzug aus dem – sich auflösenden bürgerlichen System.
Diese Fragestellungen haben sich nach dem Untergang des kommunistischen Systems durch den »Endsieg des Kapitalismus« und dem aus diesem Anlaß vom Sieger proklamierten »Ende der Geschichte« neu gestellt. In der Frontstellung seit dem Beginn des imperialistischen Krieges gegen die islamische Welt stellt sich die noch dringendere Frage, wie eine Verbindung mit dieser zustande kommen kann, um das Joch des Systems abzuwerfen, ohne daß die eigene Identität dabei verloren geht.
Auch wenn Evolas Gegenwartsanalyse selbst einer Anpassung an die neue Lage bedürfte, so gibt sie doch eine deutliche Orientierung, in welchem Sinne diese Anpassung zu erfolgen hat.
Günther Schwemmer
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K. K. F. W. Lachmann, érudit latiniste

14 mars 1793: Naissance à Brunswick du philologue classique allemand Karl Konrad Friedrich Wilhelm Lachmann, auteur de commentaires sur le De Rerum Natura de Lucrèce, ouvrage pionnier et innovateur en érudition latine. Lachmann établira les règles de la métrique et de la prosodie de l’ancien et du moyen haut allemand médiéval. En 1829, il publie des éditions de la poésie de Catulle et de Tibulle. En 1847, il inaugure les études homériques, en publiant un ouvrage remarqué (bien que dépassé aujourd’hui) sur l’Iliade. Véritable héros des études sur la longue mémoire européenne, Lachmann a uni, en sa personne, le passé latin, grec et germanique de l’Europe.
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P. Gentile et les démocraties mafieuses

Panfilo Gentile, critique et pourfendeur des démocraties mafieuses
On dit que le terme “partitocratie” est né à l'Université de Florence en 1949 : le premier à l'avoir utilisé serait Giuseppe Maranini, à l'occasion de l'ouverture de l'année académique. Mais parmi les premiers hommes politiques à avoir utilisé ce terme figure Don Luigi Sturzo qui, au Sénat, avait dénoncé l'avènement de la partitocratie “contre laquelle il fallait opposer une résistance sérieuse dès le départ”. Cependant, la critique de l'immixtion générale des partis politiques en tous domaines est vieille d'au moins un siècle. Déjà Minghetti, en 1881, avait publié un volume dédié aux partis politiques et à leur ingérence dans la justice et l'administration (I partiti politici e la loro ingerenza nelle giustizia e nell'administrazione). Avant lui, Ruggero Bonghi avait dénoncé la “profonde corruption [des mœurs politiques] que provoquaient les partis”. Il relevait que “nous étions en train de transformer les meilleures formes de gouvernement en les formes pires qui aient jamais existé, en un réseau fort dense de petites ambitions qui… s'étendant à tous le pays, compénétrant sa moelle, ne laissera aucun membre intact et sain”. Ce sera cependant l'avènement du parti-église, du parti-Prince, de facture léniniste, qui fera que la forme politique “parti” assumera sa pleine légitimité à dominer la société civile.
Rendre justice à ceux qui, très tôt, avaient dénoncé les tares de la partitocratie
Mais les efforts pour dénoncer la partitocratie, fille directe du Parti Unique (dont elle est la version tentaculaire sous la forme du “pluralisme”), deviendront plus systématiques et complets dans l'Italie républicaine de la seconde moitié du 20ième siècle. J'estime que c'est une injustice, et un oubli injustifié, que cette critique tardive et unanime de la partitocratie ait oublié ceux qui, des décennies auparavant, en avaient dénoncé les tares avec une précision rigoureuse. Finalement, certains auteurs comme Flores d'Arcais ont soutenu la thèse que la partitocratie était de droite (et même de “nouvelle droite”) en son essence. Nous assistons là à un véritable renversement des rôles et des définitions, si l'on considère que les précurseurs les plus lucides et les plus intransigeants de la critique de la partitocratie appartenaient plutôt à la sphère culturelle de droite. On pouvait peut-être imputer à cette culture une certaine sympathie pour les solutions autoritaires, un anti-parlementarisme et, dans certains cas, un anti-démocratisme, mais certainement pas une volonté de défendre les travers de la partitocratie.
Panfilo Gentile observe trois Italies politiques
Nous utilisons ici le vocable de “droite” au sens large, tout en faisant allusion à des anti-fascistes du genre de Mario Vinciguerra ou de Piero Operti ou à d'anciens fascistes comme Camillo Pellizzi ou Carlo Costamagna, ou à des personnalités comme Giacomo Perticone, Lorenzo Caboara, et, enfin, à Gianfranco Miglio. Mais le polémiste le plus efficace dans sa critique de la partitocratie fut Panfilo Gentile, au départ journaliste. Panfilo Gentile est un vieux chêne de la culture politique italienne qui a successivement vécu, de manière difficile et non conformiste, l'Italie de Giolitti, l'Italie de Mussolini et l'Italie de la République d'après 1945. Gentile, qui meurt en 1971, a traversé les trois Italie(s), en préférant toujours la partie “incorrecte” de la culture, en somme la culture d'opposition du moment. Il avait commencé sa carrière comme socialiste dans les colonnes d'Avanti quand le directeur de ce journal était Benito Mussolini; avec celui-ci, il a partagé également l'expérience d'Utopia. Ensuite, il est passé à l'Unità de Salvemini, pour ensuite devenir professeur d'université et se consacrer à une carrière d'avocat dans la période fasciste. Plus tard, il se retrouva parmi les activistes du Mondo de Pannunzio et de Risorgimento liberale. Après avoir assuré un moment la direction de Nazione et avoir passé un long moment dans la rédaction du Corriere della Sera, il termine ses activités de publiciste à droite, dans les pages de Specchio, de Roma et de Borghese. Mais, surtout, il achève de publier une captivante trilogie contre la partitocratie, avec Polemica contro il mio tempo, Opinioni sgradevoli et Democrazie mafiose, trois volumes édités par Volpe. Ces livres ont connu de nombreuses rééditions; en les relisant, on s'aperçoit de l'éternelle fraîcheur et vivacité des arguments de ce polémiste cultivé; de plus, la lucidité de ses positions critiques reste pleinement actuelle. Notre démocratie, écrivait Panfilo Gentile dans les années 60, est en réalité “une oligarchie de demies portions” à laquelle correspond également une intelligentsia constituée à son tour de “demies portions”. Le déclin des élites est donc à l'origine de la mauvaise qualité de la démocratie italienne. Ses pages, consacrées au “décadentisme” qui caractérise l'intelligentsia de gauche, sont très pertinentes. Avec vigueur et lucidité prophétique, Panfilo Gentile prévoyait, en pleine effervescence de 1968, la fin des idéologies. A commencer, d'ailleurs, par l'idéologie du progrès, dont il entrevoyait, justement dans les années où elle connaissait son apothéose, les signes du déclin.
Démocraties mafieuses, cryptocraties et néo-capitalisme
Les démocraties mafieuses selon Panfilo Gentile sont très justement décrites et définies comme des “cryptocraties” : ce qui signifie que, dans ces démocraties mafieuses, le pouvoir devient invisible, occulté, soustrait à la lumière du consensus et du contrôle public. C'est le pouvoir des groupes, des secrétariats de parti et aussi des lobbies et des potentats de l'économie. Il s'agit, ni plus ni moins, des pouvoirs forts et invisibles, dont on parle à intervalles réguliers. Nous ne devons pas oublier les pages que Panfilo Gentile a écrites sur le néo-capitalisme et la nouvelle bourgeoisie. Il soutenait la thèse que le néo-capitalisme, avec la déshumanisation qu'il générait, avec le conformisme qu'il généralisait, était le terrain idéal pour faire croître la partitocratie. C'est évidemment une analyse dont il faut se souvenir aujourd'hui quand on oppose les désastres de la partitocratie aux “merveilles” que l'on prête à la caste des “entrepreneurs”. Ou quand on affirme qu'il faut guérir les erreurs de la politique par la thérapie du marché. Analyse d'autant plus intéressante que Panfilo Gentile ne se posait pas d'emblée comme anti-libéral ni même comme un opposant au laisser-faire en économie.
Unique remède : la république présidentialiste
Les conclusions de Panfilo Gentile —même si elles sont enclines au pessimisme— l'ont conduit, de perplexités en perplexités, à réclamer le passage à une République présidentialiste. Il ne voyait pas d'autres correctifs efficaces contre la partitocratie. C'était pour lui l'unique remède, qu'il considérait toutefois comme anti-autoritaire, parce qu'il restituait une autorité décisionnaire au-delà des cénacles [occultes] des partis. La République présidentialiste était l'unique voie, selon lui, qui était un libéral anti-partitocrate, pour annuler les effets pervers d'une “démocratie sans peuple”, dont parlent également Duverger et Nenni. Ainsi, Panfilo Gentile, remettait le sceptre entre les mains du peuple [réel].
Dans le corpus doctrinal du conservateur Panfilo Gentile ressurgit toutefois une ancienne hérédité socialiste; n'oublions pas qu'il fut, entre autres choses, avant la Grande Guerre, l'auteur d'un important essai révisionniste du marxisme, où il a tenté de réinstaller le socialisme dans le filon de l'idéalisme critique. C'est la tâche qu'il s'était assigné dans les colonnes d'Avanti, le journal dont Mussolini était le rédacteur en chef. Celui-ci y a d'ailleurs consacré une longue recension, où il n'épargnait pas à Panfilo Gentile d'âpres critiques, y compris à la syntaxe et au titre qu'il jugeait “trop prolixe pour un ouvrage aussi bref”. Pourtant, ce même Mussolini a trouvé dans cet essai de Panfilo Gentile ce qu'il s'apprêtait à faire, c'est-à-dire bouleverser le socialisme de fond en comble, même si, dans un premier temps, il a critiqué les thèses de cet ouvrage.
« A quelles conclusions aboutit ce Gentile ? » se demandait Mussolini. « A un bouleversement total de la notion même de socialisme. Le facteur économique, de subordonnant, devient subordonné. Passe au second plan. Le socialisme n'est plus une nécessité économique, mais une nécessité transcendante, métaphysique : il devient la réalisation nécessaire de l'idée ». Il s'agit donc du renversement du socialisme en un idéalisme, en un mythe, ce que fera Mussolini plus tard, mais en s'inspirant de Sorel et de l'autre Gentile, Giovanni Gentile, théoricien de l'actualisme fasciste.
Mais l'ancien socialiste Panfilo Gentile se définira plus tard, en 1969, dans un entretien accordé à Gianfranco de Turris, comme “l'un des rares réactionnaires d'aujourd'hui”. Et il ajoutera, dans une préface au livre Apologia della reazione de Ploncard d'Assac, que “l'unique façon d'être progressiste, c'est d'être réactionnaire”. En ces années-là, Panfilo Gentile se définissait aussi comme “un jacobin d'extrême droite” et critiquait le fascisme parce que “trop démocratique et trop populaire”. Panfilo Gentile était donc réactionnaire, mais restait libéral, et laïque (il fut l'auteur d'une excellente Storia del Cristianesimo), demeurait en lutte permanente contre la “cléricalisation des esprits”.
Contre la « cléricalisation » des esprits
Ceux qui l'ont connu dans ses dernières années, quand il habitait dans la Via Veneto à Rome, se rappelleront de lui comme l'homme toujours assis dans l'angle gauche de son cabinet de travail, à côté d'une machine à écrire portative sur laquelle il tapait à un seul doigt, entouré de chiens et de chats. Sur les murs étaient suspendus des portraits dédicacés de D'Annunzio, de Gioacchino Volpe, de Missiroli et de Croce, ainsi que l'ordre de Commandeur du Cordon Bleu. Il était largement octogénaire. Il avait l'habitude de ne jamais révéler son âge. A un journaliste qui l'avait qualifié de “doyen” dans un interview, il avait demandé de changer ce terme : « C'est pour ceux qui sont encore plus vieux que moi ». Une chose est certaine : ses pages sur les démocraties mafieuses, la chienlit du 20ième siècle, n'ont pris aucune ride, car elles décrivent encore mieux notre temps que le sien. Ce vieux réactionnaire jacobin aimait le passé, mais, en fait, il a décrit l'avenir.
Marcello VENEZIANI.
(extrait du livre L'Antinovecento. Il sale di fine millenio, Leonardo ed., Milan, 1996, ISBN 88-04-40843-X).
00:15 Publié dans Théorie politique | Lien permanent | Commentaires (1) | Tags : politique, sociologie |
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