Ok

En poursuivant votre navigation sur ce site, vous acceptez l'utilisation de cookies. Ces derniers assurent le bon fonctionnement de nos services. En savoir plus.

samedi, 24 septembre 2016

Serbiens nie endende Schlacht auf dem Amselfeld

amselfeld.jpg

Serbiens nie endende Schlacht auf dem Amselfeld

Im Sommer 1389 standen sich die serbisch geführte christliche Allianz und das muslimische Heer des Sultan Murad I. auf dem Amselfeld im heutigen Kosovo gegenüber. Für die Serben und ihr aufstrebendes Großreich auf dem Balkan, bedeutete die Schlacht auf dem Amselfeld mehr als für die Osmanen, deren Eroberungswille nicht durch eine oder zwei Niederlagen gebrochen werden konnte. Die Serben, die auf der Balkanhalbinsel eine wichtige politische Mittelmacht geworden waren, zählten sich zu den Verbündeten Konstantinopels, des II. Roms. Diese Verbindung zur frühen Orthodoxie von Byzanz setzt sich bis heute fort. Heute ist es Moskau, welches als Nachfolger Roms von der Orthodoxen Kirche zum III. Rom erhoben wurde bzw. sich selbst dazu erhoben hat. Die serbische Folklore hat aus der Schlacht aus dem Amselfeld einen Nationalmythos gemacht. Die auf dem Schlachtfeld heute blühenden Pfingstrosen würden rot für die serbischen Helden und blau für die Osmanen blühen. Die epochale Auseinandersetzung von insgesamt 40.000-50.000 Kämpfern auf beiden Seiten hat beiden Serben einen prägenderen Eindruck hinterlassen als bei den Türken. Ein nationales Abwehrepos, welches in der Tradition der balkanischen Verteidigung gegen die Türkeninvasion steht. Letztendlich ist sich die Historie scheinbar uneinig, wer die Schlacht letztendlich für sich entscheiden konnte. Die Verluste auf beiden Seiten waren dramatisch. Jedoch konnte das osmanische Reich seine Verluste schneller wieder ausgleichen, als die Serben dies vermochten. Und so kam es, dass trotz der Bündnistreue der serbischen Fürsten das byzantinische Konstantinopel fallen musste. Einen Vorwurf kann man den Serben nicht machen. Zumindest nicht den, dass sie nicht alles versucht hätten. Immer wieder waren Ritter-und Bauernheere der christlichen Fürstentümer auf dem Balkan dem Ruf aus Konstantinopel gefolgt. Hin und wieder gelang es den christlichen Streitern auch die Osmanen in offener Feldschlacht zu schlagen. Aber gegen die numerische und häufig auch waffentechnische Überlegenheit der Türken war kein Kraut gewachsen und die serbischen Fürsten mussten sich nach vielen Jahrzehnten der Abwehrschlachten einer osmanischen Herrschaft beugen.

Der serbische Fürst Lazar hatte seine Kämpfer aus allen Teilen des Balkans zusammengerufen und war häufig mit seinen Streitern gegen die Osmanen siegreich gewesen. Zuletzt bei Dubravnica und davor bei Pločnik. Immer wieder hatte er dabei seinem quasi Erzfeind Murad I. Paroli geboten und war vielleicht eine Art persönliche Nemesis für den Osmanensultan geworden. Auf dem Amselfeld fiel er jedoch wahrscheinlich inmitten seiner Ritterelite beim Sturmangriff auf die Türken. Andere Quellen erzählen davon, dass er gefangenen genommen und hingerichtet wurde, während widerum andere behaupten, dass einige seiner Männer ihn zum Sterben zurückgelassen hätten. Wie auch immer Lazar starb – mit ihm endete auch für lange Zeit die serbische Souveränität auf dem Balkan, als sich das christliche Heer aus Serben und Ungarn unfähig sah, die Befreiung Konstantinopels anzugehen. Stattdessen mussten sich die Serben den Türken beugen und mit dem Verlust der treusten Verbündeten, sah sich Konstantinopel in so arger Bedrängnis, dass es sogar die katholische Kirche von Rom um Hilfe bat. Dazu muss man wissen, dass Rom und Konstantinopel überhaupt gar nicht miteinander klar kamen und es brauchte eine wirklich ungeheure verzweifelte Lage, ehe die Orthodoxie den Papst um Hilfe bat. Diese Erniedrigung vor Rom konnte das byzantinische Reich jedoch nicht retten.

Heute mögen wir auf den Kosovo blicken, jener künstliche durch NATO und EU geschaffene Staat auf dem Balkan, dessen Grenzen von den Serben nicht anerkannt werden. Denn obwohl die Bevölkerung heutzutage hauptsächlich muslimisch und albanisch geprägt ist, liegt im Kosovo der historische Ort der Schlacht auf dem Amselfeld. Noch vor knapp 100 Jahren gehörte dieses Gebiet noch Serbien und es blieb auch in den Wirren der 90er Jahre hart umkämpft. Es sind heute nicht die Türken, sondern die muslimischen Albaner, welche Anspruch auf den Kosovo erheben. Für die Serben immer noch ein unfassbarer Umstand, den sie nicht hinnehmen können. Ähnlich den Armeniern mit ihrem Berg Ararat, der jetzt zur Türkei gehört. Das Amselfeld ist zutiefst mit dem serbischen Nationalgeist verbunden, als dass es bei einer anderen Nation verbleiben könne. Vor allem nicht dann, wenn die Albaner für viele doch die unwilligen oder aber auch willigen Verbündeten der heutigen Türkei sind. Zumindest die Türken sehen die kleine muslimische Nation in Südosteuropa als erweiterten Herrschaftskreis an und der türkische Präsident hat klar gemacht, dass von dort aus der Einfluss des Islam wieder über den gesamten Balkan bis nach Wien ausgebreitet werden muss.

Die Orthodoxie von Moskau unterstützt Serbien, indem sie den Kosovo ebenfalls nicht anerkennt. Obwohl viele Serben aus dem Land gejagt wurden und die meisten orthodoxen Kirchen trotz vermeintlichem Schutz durch die NATO und EU-Kräfte vandalisiert wurden, hält Serbien an seinem Anspruch fest. Und um es mit den Worten eines Bundeswehrsoldaten zu formulieren, der im Kosovo seinen Dienst tat: „Der Balkan ist ein Pulverfass.“

Und die Schlacht auf dem Amselfeld setzt sich fort. Wer weiß noch, wie schrecklich die letzten Kriege auf dem Balkan waren, als Yugoslawien zerbrach?

europe,affaires européennes,balkans,serbie

00:05 Publié dans Affaires européennes | Lien permanent | Commentaires (0) | Tags : europe, affaires européennes, balkans, serbie | |  del.icio.us | | Digg! Digg |  Facebook

Écrire un commentaire